Haben die Masken wirklich etwas gebracht?

Diese Frage hat uns alle lange beschäftigt. Die Wirksamkeit des Nasen-Mund-Schutzes wird immer wieder in Zweifel gezogen, aber ist das zu Recht?

Wissenschaftler der Universität Tokio entwickelten einen Simulator, der infektiöse Tröpfchen/Aerosole, die durch die menschliche Atmung und Husten erzeugt werden, nachahmen kann. Dieser Simulator bewertet die Übertragbarkeit der produzierten infektiösen Tröpfchen/Aerosole und die Fähigkeit verschiedener Arten von Gesichtsmasken, deren Übertragung zu blockieren. Die Studienergebnisse lassen den Schluss zu, dass das Tragen von Mund-Nasen-Schutz die Virusübertragung und die Virusaufnahme im Vergleich zum Nichttragen einer Maske reduziert. Eine Baumwollmaske führte zu einer um etwa 20 bis 40 % geringeren Virusaufnahme im Vergleich zu keiner Maske.

Unter allen untersuchten Masken hatte die N95-Maske die höchste Schutzwirkung – ca. 80 bis 90 % Reduktion der Virusaufnahme.

Baumwoll- und chirurgische Masken blockierten mehr als 50 % der Virusübertragung. Die N95-Maske hatte eine noch deutlichere Schutzwirkung. Dabei entsteht ein synergistischer (das heißt, ein besonders starker) Effekt, wenn sowohl der Virusempfänger als auch der Virusverbreiter eine Maske (Baumwollmaske oder chirurgische Maske) tragen, um somit die Übertragung infektiöser Tröpfchen/Aerosole zu vermindern.

Dabei ist zu beachten, dass die medizinischen Masken selbst bei vollständiger Versiegelung nicht vollständig die Übertragung von infektiösen Tröpfchen/Aerosolen blockieren können. Es bleibt jedoch unbekannt, ob die geringe Virusmenge, die durch die N95-Masken hindurch gehen könnte, zu einer Erkrankung führen würde.

Das Risiko, Krankheitssymptome nach einer Infektion mit COVID-19 zu entwickeln, ist unter vielen weiteren Faktoren auch von der Virusdosis abhängig. Auch wenn das Tragen von Mund-Nasen-Schutz nicht immer eine Infektion vermeiden kann, so kann es die Virusübertragung verringern und eventuell die Schwere des Krankheitsverlaufs reduzieren.

Ein ausführliches systematisches Review von 172 Beobachtungsstudien aus 16 Ländern und sechs Kontinenten, welche einschließlich Patienten mit SARS-CoV-2, SARS und MERS umfasste, lieferte eindeutige Beweise. Die Verwendung von Masken führte zu einer erheblichen Verringerung des Risikos von Infektionen im Vergleich zu keiner Verwendung. Die Übertragung von Viren war auch bei einer Distanz von 1 m oder mehr deutlich geringer als bei einem Abstand von weniger als 1 m. Keine dieser Maßnahmen bot jedoch einen vollständigen Schutz vor einer Infektion.


Eine weitere Zusammenstellung der bisherigen Literatur, wo wissenschaftlichen Daten zur Wirksamkeit von Gesichtsmasken vor und während des Corona-Pandemie gesammelt wurden, zeigte, dass der Grad der Schutzwirkung der Masken sehr stark variierte. Dies lag vor allem an den unterschiedlichen Studientypen sowie den fehlenden Standards zur Definition einer Maske. Die Wirksamkeit der Maske in der Zeit vor COVID-19 war eindeutig und unterstützte die allgemeine Verwendung von Masken in der Bevölkerung. Die Ergebnisse dieser Studien zeigten auch, dass chirurgische Masken mindestens doppelt so effektiv wie selbsthergestellte Masken sind. Einer experimentellen Studie (durchgeführt vor der Corona-Pandemie) zufolge boten medizinische Masken Erwachsenen etwa doppelt so viel Schutz wie selbsthergestellte Masken. FFP2-Masken boten Erwachsenen etwa 50-fachen Schutz wie selbsthergestellte Masken und einen 25-fachen Schutz wie medizinische Masken.

Nichtdestotrotz führte der Ausbruch der Corona-Pandemie zu einem erheblichen Anstieg an wissenschaftlichen Studien, die komplexere und teilweise widersprüchliche Ergebnisse lieferten. Vier von sechs eingeschlossenen systematischen Reviews und Metaanalysen fanden keine signifikante oder sehr geringe Reduzierung der Virusübertragung unter Verwendung von Gesichtsmasken. Umgekehrt zeigten die anderen zwei systematischen Reviews und Metaanalysen, dass die Verwendung von Masken das Risiko einer Infektion in der Allgemeinbevölkerung um 47 bis 85 % senken konnte. Weitere drei eingeschlossene aktuelle Studien bestätigten, dass das Tragen von Mund-Nasen-Schutz von hohem Wert bei der Reduzierung der Übertragungen in der Gesellschaft ist.

Weitere Studien über die Wirksamkeit von verschiedenen nicht-medizinischen Masken sind erforderlich, um deren Effektivität besser einzuschätzen. Es lässt sich jedoch sagen, dass medizinische und filtrierende N95-Masken wirksam bei der Verhinderung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 sind. Auch wenn diese eine Infektion nicht komplett vorbeugen können, kann die übertragene Virusmenge und somit die Krankheitslast reduziert werden.

Eine aktuelle Studie über die Wirksamkeit der Verwendung von Gesichtsmasken oder filtrierende N95/KN95-Atemschutzmasken in öffentlichen Innenräumen zur Prävention von COVID-19 zeigte, dass das konsequente Tragen einer Gesichtsmaske oder einer N95/KN95-Maske in öffentlichen Innenräumen das Risiko einer SARS-CoV-2-Infektion verringert. Das Tragen einer N95/KN95-Maske oder einer chirurgischen Maske war im Vergleich zum Nichttragen einer Maske mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines positiven Testergebnisses verbunden. Das Tragen einer Stoffmaske war im Vergleich zum Nie-Tragen einer Gesichtsbedeckung mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit eines positiven Tests verbunden, das Ergebnis war jedoch statistisch nicht signifikant.


Eine Studie der Universitätsmedizin Rostock, die auch die Wirksamkeit des Mund-Nasen-Schutzes näher untersuchte, bestätigte, dass die Verwendung von Masken zusammen mit weiteren nicht-medizinischen Maßnahmen (Mindestabstand, Hygienekonzepte), die Ausbreitung des Coronavirus stark verlangsamt.

Zusammengefasst bietet die Verwendung einer filtrierenden Maske den höchsten Schutz vor einer Corona-Infektion. Dabei ist es auch sehr wichtig, die Maske richtig und konsistent zu tragen.

Es lässt sich auch beobachten, dass Länder, in denen von Anfang an ein großer Teil der Bevölkerung Mund-Nasen-Schutz getragen hat, deutlich niedrigere COVID-19-bedingte Sterblichkeitsraten und Komplikationen aufwiesen als Länder, wo eine Verwendung dessen nicht weit verbreitet war.

Es liegen bislang noch ungenügend Daten vor, um die genaue Risikoreduktion durch die Verwendung von Masken zu beziffern, und es ist nicht möglich, den Nachweis für das Tragen von Masken mit Sicherheit zu erbringen. Aber die vorhandenen wissenschaftlichen Daten deuten darauf hin, dass das Tragen von Masken (umgesetzt so früh wie möglich) in Verbindung mit weiteren nicht-medizinischen Maßnahmen und insbesondere in Innenräumen bis zum Ende der Pandemie beibehalten werden sollte, um die Weiterverbreitung sowie die Sterblichkeit durch das Corona Virus zu reduzieren.

Nur zusammen können wir die Corona-Pandemie erfolgreich bekämpfen. Diesbezüglich ist das richtige Tragen von Mund-Nasen-Schutz in Verbindung mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen wie Abstandsregeln und Hygienekonzepte unerlässlich für die erfolgreiche Eindämmung der Corona-Pandemie.





Literatur:

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